V. Das Finanzwesen

Artikel 10

Die Einnahmen der Evang.-luth. Kirche im Fürstentum Liechtenstein setzen sich hauptsächlich zusammen aus:

  1. Kirchenbeiträgen der Gemeindeglieder.
  2. Kollekten, soweit sie nicht ausdrücklich für andere Zwecke bestimmt sind.
  3. Beiträgen der öffentlichen Hand des Fürstentums Liechtenstein.
  4. Spenden, Zuwendungen und Einnahmen aus Veranstaltungen.
  5. Erträgen des Kirchengutes.
Artikel 11
  1. Jedes Gemeindeglied soll im Rahmen seiner Möglichkeiten zur Finanzierung des Gemeindelebens beitragen.
  2. Einen Richtwert für jährliche Beiträge beschliesst die Gemeindeversammlung auf Vorschlag des Kirchenvorstandes.
  3. Für die ordnungsgemässe Verwendung und Verwaltung des Gemeindevermögens sowie der Einnahmen sind Kirchenvorstand, Rechnungsführer und/oder Kassenverwalter verantwortlich. Das Rechnungsjahr schliesst mit dem 31. Dezember.
  4. Die Vertretungsbefugnis in finanziellen Belangen nach aussen wird vom Kirchenvorstand bestimmt.
  5. Der Kirchenvorstand kann ohne Zustimmung der Kirchgemeindeversammlung neue Verpflichtungen nur in Höhe von einem Fünftel des laufenden Haushaltsplanes beschliessen.
  6. Jedes Gemeindeglied hat das Recht, Auskunft über die Jahresrechnung zu verlangen.
  7. Für Schulden der Evang.-luth. Kirche im Fürstentum Liechtenstein haftet nur deren Vermögen unter Ausschluss jeder Haftung der Gemeindeglieder.
Artikel 12
  1. Sofern infolge äusserer Einflüsse ein kirchliches Leben im Sinne dieser Verfassung nicht mehr möglich ist, beschliessen zwei im Abstand von 3-6 Monaten aufeinanderfolgende Kirchgemeindeversammlungen mit 4/5 der anwesenden stimmberechtigten Gemeindeglieder, das Kirchengebäude, die Kirchengeräte und die Kirchenakten einer Evang.-luth. Organisation (vorzugsweise in der Schweiz) für die Dauer von 25 Jahren zur treuhänderischen Verwaltung zu übergeben.
  2. Werden innert dieser Frist die oben genannten Vermögensteile nicht von einer Evang.-luth. Nachfolgegemeinde übernommen, so gehen sie in das Eigentum der beauftragten Organisation über. Das vorhandene Vermögen ist für Zwecke zu verwenden, die im Sinn der Evang.-luth. Kirche liegen.