Die neue Lutherbibel 2017 

Pünktlich zum Reformationsjubiläum erschien die neue „Lutherbibel 2017“. Theologen haben den bisherigen Text gründlich überarbeitet und viele Änderungen vorgenommen. Die ursprüngliche Sprachkraft Martin Luthers sollte in der Neuausgabe wieder zur Entfaltung kommen.

Martin Luthers Thesenanschlag am 31. Oktober 1517 gilt als Beginn der Reformation. Und ihre Wirkung hat sie ganz wesentlich durch Luthers Übersetzung der Heiligen Schrift entfaltet. Seine erste Übersetzung des Neuen Testaments schuf 1522 nicht nur einen Bestseller des frühen Buchdrucks, sondern prägte die Entwicklung der deutschen Sprache – bis in die heutige Zeit.

Wir alle kennen solche bildhaften Aussagen wie: „jemanden auf Händen tragen“ (Psalm 91,12), „etwas wie seinen Augapfel hüten“ (5. Mose, 32,10), „im Schweisse seines Angesichts arbeiten“ (1. Mose 3,19), „von Pontius zu Pilatus laufen“ (Lukas 23, 6-12). Alle diese, und noch viele andere Redewendungen stammen von Martin Luthers Bibelübersetzung und sie haben unsere deutsche Sprache reich und bildhaft gemacht.

Untrennbar verbunden mit ihrer Sprachkraft ist die Bedeutung der Lutherbibel aber auch für den christlichen Glauben im deutschsprachigen Raum. Die „kernige“ Luthersprache verbindet den manchmal sperrigen Wortlaut biblischer Texte mit dem reformatorischen Anliegen – der Rechtfertigung des Menschen allein aus Gottes Gnade. Auch heute ist er der vertraute Text für evangelisch-lutherische Christen.

Die „Lutherbibel 2017“ in ihrer neuen Übersetzung wurde anhand der hebräischen und griechischen Urtexte überprüft und korrigiert, wo dies aus heutiger wissenschaftlicher Sicht zwingend erforderlich war. Dabei zeigte sich bald, dass es bei den Revisionen des letzten Jahrhunderts zu unnötigen Veränderungen gekommen war. Hier konnte die neue Bibel zum vertrauten Luthertext zurückkehren, so dass die Lutherbibel 2017 jetzt wieder mehr „originalen Luther“ enthält. Andererseits wurden ganz behutsam auch jene Stellen angepasst, die uns heute unverständlich oder missverständlich erscheinen.

Wer die neue „Lutherbibel 2017“ besitzen möchte, kann sich gern an Pfarrer Sobko wenden, der sie zu einem Vorzugspreis von 23 CHF bestellen kann.

 

„Gott spricht: ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.“ (Hesekiel 36,26)

Mit diesem Satz der Jahreslosung für das Jahr 2017 grüsse ich sie alle ganz herzlich! 

Das menschliche Herz ist ein Symbol, das für das Leben überhaupt steht: für die Persönlichkeit, für Liebe, für das Menschsein an sich, und auch für den menschlichen Geist und die Vernunft. Denn wenn unser Herz aufhört zu schlagen, dann stellt auch unser Gehirn seine Arbeit ein. Somit ist das Herz wohl unser wertvollstes und wichtigstes Organ. Wenn es ausfällt, ist man tot. Und wer zulässt, dass sein Herz versteinert, der stirbt den geistlichen Tod.

„Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz“ – diesen Psalmvers sprechen und singen wir oft im Gottesdienst. Es ist die dringliche Bitte, Gott möge an uns handeln, an unseren Herzen, unserer Seele, unserem Verstand.

Wenn ich auf mein Leben zurückblicke, erkenne ich tatsächlich viele Veränderungen an mir. Da, wo ich zu Gott gebetet habe, dass er mir Kraft schenke möchte, da hat er mich tatsächlich gestärkt. Dort, wo ich mir von ihm „das Herz anrühren“ liess, konnte ich liebevoll handeln. Da, wo ich manchmal gescheitert bin, wo es nicht nach meinem Kopf ging, wo ich warten und „aushalten“ musste – da habe ich am meisten gelernt.

Aber dieser Heilungsprozess meines Herzens kommt nie an ein Ende. Denn ständig verhärtet sich mein Herz ja neu. Immer wieder meine ich, dass ich besser als Gott weiss, was für mich gerade nötig ist, wohin mein Weg gehen soll. Dass es Freiheit bedeutet, unser Herz getrost in Gottes Hände zu legen und die Zügel aus der eigenen Hand zu geben, das fällt uns modernen Menschen oft sehr schwer.

Darum will uns die biblische Losung unserer Kirche in diesem Jahr immer wieder neu an das Versprechen Gottes erinnern: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch“. Nicht wir allein müssen alles schaffen und richten. Wir müssen auch nicht verzweifeln, wenn unsere Liebe und unser Geist an Grenzen kommt. Aber wir sollten bereit sein und zulassen, wenn Gott an uns arbeitet und unser Herz und unseren Geist verändern will.

Vor 500 Jahren hat Martin Luther diese Erkenntnis neu entdeckt. Nach jahrelanger verzweifelter Suche nach dem „richtigen“ Leben, das Gott genügen könnte, hatte er endlich gefunden, was ihn befreite: die Erfahrung, dass wir Gottes Zuwendung niemals durch eigene Leistung erzwingen können. Wir allein schaffen das nicht! Aber Gott schafft es, indem wir zulassen, dass er uns verändert. „Ich will meinen Geist in euch geben und Menschen aus euch machen, die nach meinen Geboten leben“ lässt Gott dem Propheten Hesekiel dann im nächsten Satz nach der Jahreslosung ausrichten. 1517 schlug Martin Luther dieselbe Botschaft mit seinen 95 Thesen kraftvoll an die Tür der 

Wittenberger Schlosskirche und läutete damit die Reformation ein: Allein Gottes Liebe und Gottes Geist kann Umkehr und wirkliche Veränderung in unserer Welt, in unserer Gesellschaft, in unseren Kirchen – aber vor allem in uns selber – schaffen.

Es ist eigentlich nicht zu verstehen – aber Gott liebt uns. Trotz allem. Wir haben es nicht verdient. Aber mein von Gott erneuertes Herz glaubt es!

Ich grüsse sie alle ganz herzlich im 500. Jahr des Reformationsjubiläums.

Ihr Pfarrer Helmut Sobko  

01.05.2016 

 

01.02.2015 

Das Wort Gottes: Predigt von Pfarrer Trieba 

(FL1 TV - Liechtensteiner Fernsehen)
Regierung Liechtenstein, Ministerium für Präsidiales und Finanzen
Staat und Kirche: Warum braucht es eine Neuregelung des Verhältnisses zwischen Staat und Religionsgemeinschaften?

 

22.05.2014

Bericht in Online-Ausgabe Volksblatt

(Volksblatt.li)

Staat / Kirche: Regierung lehnt FL-Initiative ab

04.01.2013 

Im Fürstentum entflechten sich Staat und Kirche
(Neue Züricher Zeitung)
 

Ältere Beiträge

Christliche Themen in Liechtenstein und der Welt

Hier beginnen wir eine Sammlung von Beiträgen zu Fragen, die uns wichtig erscheinen. Er erschien in ähnlicher Form vor der diesjährigen Gemeindeversammlung im Gemeindeboten. Wir wollen die Reihe nach und nach ausbauen. Welche Themen würden Sie gerne aus christlicher Sicht beleuchtet sehen?